The WYLD

“THE WYLD – Nicht von dieser Welt“ im Friedrichstattpalast – eine Show, eine Revue, ein wyldes Durcheinander oder was auch immer… nicht von dieser Welt war es allemal.

Mit keinerlei Erwartungen ging man also in die Show, mit deren Plakaten sie gefühlt an jeder zweiten Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel anpriesen wird. Ohne jegliche Vorstellung, was nun kommen mag, wurde man nun von fantastischen Lichteffekten und Tänzern, welche ihre Sache durchaus gut machten, in die Show geleitet. Doch das schien die erste halbe Stunde nicht abzuschwemmen. Als nun ein BMX-Fahrer über die Bühne huschte und sein Talent präsentierte und augenscheinlich eine Liebesgeschichte mit einem außerirdischen Mädchen (?!) beginnt, riss es das Publikum von den Plätzen… oder auch nicht. Denn natürlich gilt dem Künstler hier vollster Respekt für die Kunststücke, dennoch ist zu sagen, dass auch das leider nichts Neues ist, da man solcherlei Kunststücken in jeder Talentshow oder auf der heimischen BMX-Bahn ständig begegnet. Nachdem erneut halbnackte Männer und Frauen auf der Bühne ihren Körper zur Schau stellten (das erklärt wahrscheinlich auch die Altersempfehlung des Veranstalters von 12 Jahren) folgte das große Highlight der Show: kleine und große niedliche Hündchen, welche trotz eines halbwegs vollen Saals tiefenentspannt ihre Show ablieferten. Dies war jedoch zusammen mit dem Duo Markov, welches eine durchaus berührende Akrobatiknummer ablieferte, das Herzergreifendste der ganzen zweieinhalb Stunden.

Die zunächst noch interessanten Tänzer verloren mit der Zeit ihren Reiz, wie auch die Kostüme an Stoff verloren. Als dann zu Beginn der zweiten Hälfte noch Nofretete hinzu kam und in ihrem Tempel wylde Parties feierte, herrschte komplett Verwirrung. Auch wenn es in Revues keinen „roten Faden“ gibt, worauf auf der Webseite von „THE WYLD“ extra nochmal hingewiesen wird (warum wohl?!), ist dieses Wirrwarr als komplett zusammenhangslos zu bewerten. Dazu kommen noch Widersprüche wie eine Dame, welche von Feminismus singt und sich hinter ihr die Frauen reihenweise halb nackt tanzend zur Schau stellen.

Es war natürlich von allem etwas dabei, doch dafür kann ich auch am Samstag RTL einschalten und mir talentierte Menschen bei „Das Supertalent“ angucken.

Und da ich auch das ungern mache,  war ich froh, als es endlich vorbei war und ich mir die Nofretete wieder von der Ferne aus auf den Bushaltestellenplakaten angucken durfte.

Zum Schluss möchte ich noch kurz den Spiegel zitieren, da er es, wie ich finde, mal wieder absolut auf den Punkt gebracht hat: „,THE WYLD‘ heißt die Show, Wyld mit Y wie Why. Und genau das schwebt zweieinhalb Stunden lang über der Show: ein großes Warum. Ein Fragezeichen.“ (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/friedrichstadtpalast-zeigt-the-wyld-von-manfred-thierry-mugler-a-998781.html)

 

Vivienne Lamboy

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