Skifahrt nach Gerlos

Skifahrt nach Gerlos 2014

Montagmorgen 7 Uhr, ungeduldig warten 32 Schüler und vier Lehrer an der Ulrich-von-Hutten-Oberschule auf ihren bestellten Bus, um endlich nach Gerlos aufzubrechen. Die Zeit vergeht und der Bus bleibt fort. Was für ein guter Start, dachte man sich da schnell, als wir erfuhren, dass das Unternehmen versehentlich den Bus für den kommenden Tag vorbereitet hatte. So wurde das Lager von Gepäck, Schülern, Skiern und Lehrern erst mal in die Aula verschoben und gemeinsam bei einer Tasse Tee oder Kaffee gewartet.

Das Problem war jedoch schnell gelöst, ein neuer Bus würde schon bald an Ort und Stelle sein und dann würde es losgehen können. Tatsächlich dauerte es nicht mehr lange, bis der Bus eintraf und wir uns auf den Weg nach Österreich machten. Nun noch schnell den besten Sitzplatz ergattert und einer langen, doch lustigen Busfahrt stünde nichts mehr im Weg. Mit allerlei Beschäftigungen brachte man nun die Zeit rum. Hin und wieder eine kurze Rast und ehe man sich’s versah, erreichten wir gegen Abend Österreich.

Doch die erste Freude war schnell verflogen, denn entgegen der Erwartungen von weißen Bergen, wurden wir nur von Grün empfangen. Damit war die Stimmung erst mal gedämpft, doch nachdem die Zimmer verteilt waren und wir uns etwas erholt hatten, richtete man seine Hoffnung auf wenigstens eine gut präparierte Piste zum Skifahren.

So trauten wir unseren Augen Tags darauf kaum, als wir ein vollgeschneites Tal erblickten. Die Freude war umso größer, es ging endlich Richtung Zillertal-Arena und somit zum Skifahren los. Doch ein Stopp musste noch eingelegt werden, alle wurden vorerst mit der Skiausrüstung versorgt und anschließend unten vorm Lift die Skipässe besorgt.

Herr Paul und alle Anfänger blieben unten, doch der Rest nahm den Lift auf den Berg.

Nachdem etwas Skigymnastik betrieben worden war und wir alle unser Bestes beim Vorfahren geben durften, war das jeweilige Skifahrlevel grob eingeteilt und man machte sich zusammen auf, die Pisten zu erkunden.

Vom Lift aus versuchten wir vergeblich, die umliegenden Berge zu erkennen, denn am ersten Tag war alles in Wolken gehüllt und wir lernten somit nur unser Skigebiet, das Arena-Center auf 1900 Metern Höhe kennen.

Später wurde die Mittagspause eingelegt und erst mal das Handy gezückt, denn im Restaurant gab es freies WLAN. So wurden die Zuhausegebliebenen umfangreich informiert und ein erster Reisebericht gegeben.

Am Nachmittag wurden dann noch weiter die Pisten erkundet, doch bald machte man sich auf den Rückweg. Erschöpft vom ersten Tag kamen wir wieder in der ‚Kühlen Rast‘ an und erste abendliche Beschäftigungen wurden eingerichtet. So gehörten schnell die Kartenrunden inklusive exklusiver Teilnahme der Lehrer zum täglichen Repertoire.

Am kommenden Tag erreichte uns endlich auch die Sonne und wir konnten atemberaubende Fotos des wolkenverhangenen Tals vom Berg aus machen.

Nachdem die Gruppen eingeteilt waren, machten sich Herrn Nejas ‚Racer‘ , Frau Skowronskis ‚Könner‘, Frau Richters ‚Fortgeschrittene’und Herr Paul mit den Anfängern, auf den Weg, das Skigebiet weiter zu erkunden.

Bei dem schönem Wetter machte es natürlich doppelt Spaß und auch der technische Unterricht wurde so gerne erledigt. Es durfte trotz allem Rumgealber die Endprüfung nicht vergessen werden. Dort würden wir Parallelski, Carvingski, eine Drehung und einen Sprung unter Beweis stellen müssen und täglich wurde fleißig geübt.

Parallelski gilt als die weitaus eleganteste Variante, den Berg herunter zu fahren, da dort der rechtzeitige Stockeinsatz, sowie eine deutliche Hoch-Tief-Bewegung in den Knien von Bedeutung ist, um den Ski in die Kurve zu führen. Des Weiteren hält man die Skier eng zusammen und fährt schnelle kleine Schwünge.

Carvingski hingegen ist die sportliche Form. Hier sollte möglichst auf den Kanten gefahren werden und sich tief in die Kurve gelegt werden, was nur durch stark gebeugte Knie gewährleistet sein kann. Somit fährt der Ski ‚von allein‘ um die Kurve. Eine breitere Stellung der Skier und das verstärkte Einknicken des Knies vom Talski, ermöglichen ein sportliches Fahren mit etwas größeren Radien der Schwünge.

Am Ende des Tages konnten somit die Oberschenkel und Knie etwas schmerzen, doch das zeugte von der richtigen Technik.

Am Donnerstag wurde dann der erste Besuch im ‚Country Club‘ einer Disco in Gerlos geplant. Gegen 22 Uhr standen mehrere Taxen bereit und wir machten uns auf, etwas das Tanzbein zu schwingen.

Und nicht nur die Schüler waren schnell auf der Tanzfläche, auch unsere lieben Lehrer sah man schon bald. So amüsierten wir uns prächtig, bis es gegen 1 Uhr wieder zurückging, wir wollten ja am Morgen fit sein.

Trotz eines etwas merkwürdigen DJs verbrachten wir einen schönen Abend, bei dem natürlich alles in Grenzen blieb.

Am Freitag durften wir erstmals allein in kleinen Gruppen die Pisten unsicher machen. Leider ließ das Wetter jedoch nicht allzu viel Freiraum, was die Wahl der Pisten anging. Nichtsdestotrotz fuhren viele bis in den späten Nachmittag und genossen danach eine Tasse Tee oder wärmten sich beim gemeinsamen Abend wieder auf.

Samstag wurden die Gruppen noch etwas verändert, wer sich verbessert hatte stieg auf, um seinem Skifahrniveau angepasst zu werden und es stand Lehrerwechsel an. So unterrichtete Herr Paul nun die ‚Racer‘, Frau Richter die ‚Könner‘, und Frau Skowronski und Herr Neja teilten sich ‚Fortgeschrittene‘ und ‚Anfänger‘. Frau Meyenberg und ihr Lebensgefährte blieben bei den Kranken und standen rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung.

Wir lernten nun auch die umliegenden Skigebiete Königsleiten auf 2315 Metern und den Plattenkogel auf 2040 Metern Höhe kennen. Die weitläufigen Pisten waren perfekt, um mehr Übung für die Prüfung zu bekommen und auch der ein oder andere Stopp im Fun-Park für einen kleinen Sprung wurde eingelegt.

Sonntag war das Wetter wieder sehr schlecht und man blieb hauptsächlich im Arena-Center. Doch natürlich wollten wir uns über den vielen Schnee nicht beklagen und so musste man nicht mal abseits fahren, um im Tiefschnee den Berg herunter zu gleiten.

Montag war nun der letzte Tag in den festen Gruppen, also wurde nochmals die Technik überprüft und man bereitete unter Anderem eine kleine Choreografie vor oder versuchte synchron zu fahren. Mit etwas Humor war dies natürlich nur halb so schwer und es entstanden wieder einmal schöne Fotos und Videos von unserem herzlichenen Einsatz bei allen Aktionen. Hum Humorhhhhhhh HUm

Am Abend gingen wir einmal mehr in den ‚Country Club‘, um in Carstens Geburtstag herein zu feiern und durften auch am Dienstag allein im Skigebiet umherfahren.

Wieder mal jedoch war das Wetter nicht auf unserer Seite und sogar teilweise der Weg ins Skigebiet am Isskogel auf 2264 Metern Höhe gesperrt. Doch gegen Nachmittag riss der Himmel etwas auf und es schneite nicht mehr.

Ein letztes Mal probte man den Ablauf für die Prüfung, war am Abend mehr oder weniger zufrieden zurück und bereitete sich nun seelisch auf den nächsten Tag vor.

Tatsächlich meinte das Wetter es am Prüfungstag Mittwoch gut mit uns, die Sonne strahlte vom Himmel und wir genossen den Blick auf die Berge, während wir nach und nach die Prüfung fuhren. Begonnen wurde mit den Parallelskischwüngen, danach erfolgte mindestens eine Drehung, ein kleiner Sprung und letztendlich die Carvingschwünge.

Nachdem die Prüfung geschafft war, konnten wir endlich einen freien Tag unter blauem Himmel verbringen und das Skigebiet gebührend für die letzten Tage auskosten.

Doch der Tag war noch nicht um nachdem wir abends gegessen hatten, denn es stand die Partnerverlosung für das ‚Race‘ am letzten Tag an. So zog Konstantin, die ‚Glücksfee‘ die Namen und schon bald hatte jeder einen Partner. Jana war jedoch übrig und ihr wurde der eine oder andere Skifahrer als Partner versprochen, man durfte also gespannt sein, mit wem sie das Rennen durchstehen würde.

Und so gaben wir am nächsten Tag unser Bestes, denn alle waren angespornt, eine gute Zeit hinzulegen.

Der Ablauf war wie folgt: Es wurde begonnen mit einem kleinen Slalom, der mit einem Tor aus Skistöcken beendet wurde. Danach durfte der männliche Partner, ganz Gentleman, der Dame die Skier ausziehen und es folgte eine Schätzaufgabe. Bei Mädchenpaarungen wurde sich geeinigt, wer welche Rolle übernehmen durfte. Nachdem nun auf Bruderschaft ein Trinkpäckchen geext worden war und man sich freundschaftlich ein Küsschen gab, wurde das Rennen mit dem Tragen der Partnerin durchs Ziel beendet. Alle Lacher, Stürze und Schwierigkeiten wurden von Herrn Neja mit der Kamera festgehalten, damit wir uns noch lange darüber einen Spaß machen werden können.

Jana durfte am Ende mit Niklas, der doppelt startete, das Rennen durchfahren und hatte somit auch die Chance auf den Sieg.

Am Abend fand, nach der Notenbesprechung, die Siegerehrung statt. Die stolzen Sieger mit einer Zeit von 1:02 Minuten waren Marco und Stella, doch natürlich ist dabei sein alles und so bekam auch anschließend jedes Team einen Preis in Form von Süßigkeiten.

Anschließend hieß es dann schon Abschied nehmen, die letzten Koffer wurden gepackt und nur wer noch weiter seine Ferien in Gerlos verbringen würde, blieb in der ‚Kühlen Rast‘ und ließ den Abend ausklingen.

Alle Zurückfahrenden machten sich gegen 21:30 Uhr auf den Heimweg und so wurden die Schlaflager im Bus eingerichtet und einmal mehr eine neunstündige Busfahrt in Angriff genommen.

Müde und traurig, wieder in Berlin zu sein, kamen wir um 7 Uhr am Freitag an und dachten glücklich an die schöne Skifahrt nach Gerlos zurück.

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen aller Mitgefahrenen bei den Lehrern Frau Skowronski, Frau Richter, Herrn Neja, Herrn Paul sowie Frau Meyenberg und Ihrem Lebensgefährten bedanken.

Sie haben diese Skifahrt zu einem tollen Erlebnis gemacht und uns durch Ihre Begleitung erst ermöglicht teilzunehmen. Auch wenn es Hoch- und Tiefpunkte gab, haben Sie uns stets unterstützt und nie die Hoffnung aufgegeben! Wir danken Ihnen herzlichst für diese schöne Zeit und werden in Zukunft oft und gerne daran zurückdenken!

Auch an Frau Skowronski nur die besten Genesungswünsche für Ihre Hand!

 

So haben also fast alle die Skifahrt glücklicherweise heil überstanden und sind munter nach Berlin zurückgekehrt! 😉


Leandra Lisser

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