Lehrerinterview

Wir haben die Vertrauenslehrer, Frau Giese und Herrn Röbenack, interviewt. Frau Giese unterrichtet Deutsch und Geschichte und Herr Röbenack ist Lehrer für Deutsch, Philosophie und Ethik.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders gut?

Frau Giese:
Ich arbeite sehr gerne mit Kindern und auch mit jungen Erwachsenen, das bringt mir sehr viel Spaß. Ich mag das Unterrichten, ich mag es, Leuten etwas beizubringen, und ich habe mich dann auch ziemlich schnell fürs Gymnasium entschieden, weil da Teenager zur Schule gehen, und nicht für die berufliche Bildung, weil ich einfach gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeite.

Herr Röbenack:
Zum ersten Mal in Berührung gekommen bin ich sozusagen mit der Lehre an der Universität. Ich habe mal als Tutor an der Uni Köln gearbeitet und das hat mir richtig viel Spaß gemacht. Die waren sehr interessiert, man konnte bei der Sache bleiben und überlegen, wie man das am besten vermittelt. Und das hat mich so begeistert, dass ich mir gesagt habe, daraus mache ich einen Beruf, und ich bin nicht enttäuscht. Mir macht das nach wie vor sehr viel Spaß, etwas zu vermitteln.
Vor allem auch an den Sachen zu bleiben, auch an fachlichen Sachen. Einfach in Kontakt zu bleiben, womit wir uns über Jahre hinweg auseinandergesetzt haben. Und dann natürlich auch der Kontakt zu jungen Menschen. Ich finde es sehr schade, dass in den Medien das Bild Jugendlicher kolportiert wird, von faulen oder orientierungslosen, nichts wissenden Menschen, und ich erlebe das hier in der Schule ganz anders. Hier sind intelligente, aufgeschlossene junge Menschen, mit denen es richtig Spaß macht zu arbeiten.

Es ist jetzt schon ein bisschen her, dass Sie von uns zur Vertrauenslehrerin gewählt wurden.
Ist das eine besondere Ehre für Sie?

Frau Giese:
Für mich ist das auf jeden Fall eine Ehre. Ich freue mich darüber, dass ich von den Schülern das Vertrauen ausgesprochen bekommen habe, und versuche das nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen.

Herr Röbenack:
Ich halte das auch für eine besondere Auszeichnung. Zumal wir ja für uns selber nicht werben können. Wir können uns nur vorschlagen lassen und haben sozusagen auf den Wahlvorgang gar keinen Einfluss und daher empfinde ich das als Auszeichnung und als besonderen Vertrauensbeweis der Schüler. Von den vielen Kollegen sind wir nämlich diejenigen, die als Erste zur Verfügung stehen in Fragen von Konflikten. Fragen, die man unter vier Augen klären möchte, und das ist schon etwas Besonderes.

Ok. Jetzt mal zu was ganz anderem. Was war Ihr peinlichster Moment als Lehrer?

Frau Giese:
Da muss ich tatsächlich passen, weil ich bin ja noch nicht so lange Lehrerin und ein wirklich peinlicher Moment fällt mir da gar nicht ein.

Herr Röbenack:
Doch, mir fällt da einer ein. Ich habe mal mit einer fünften Klasse Fußball gespielt, das war in Schleswig-Holstein. Es war warm und ich war also richtig in Aktion (lacht) und plötzlich kommt der Ball angeflogen. Ich versuche natürlich, den Ball zu bekommen und ins Tor zu schießen, hebe meinen rechten Fuß, besser gesagt mein Bein, hoch und merke, wie mir die Hose von oben bis unten aufreißt (lacht)!
Mein Bein lag dann sozusagen frei und ich habe dann irgendwie versucht, das zu kaschieren, und das das ging leider nicht. Aber das war zum Glück nach dem Unterricht und ich musste nicht mehr vor eine Klasse treten. Aber ich musste dann mit einer zerrissenen Hose im Bus nach Hause fahren.

Wenn Sie heute als Abiturient vor der Frage der Berufswahl stünden, würden Sie nochmal den Lehrerberuf wählen?

Frau Giese:
Also ich würde auf jeden Fall noch mal den Lehrerberuf wählen. Ich habe das auch schon als Kind gewollt. Also schon im Alter von acht, neun Jahren habe ich für meine Kuscheltiere Klassenarbeitsbücher geschrieben und ich sehe das auch so ein bisschen als Berufung. Mir macht das einfach ganz viel Spaß und ich könnte mir nicht vorstellen, in einem anderen Beruf zu arbeiten.
Ich habe auch mal im Büro gearbeitet und das fand ich dann extrem langweilig und irgendwie eintönig und hier gibt es jeden Tag was Neues, was Spannendes.

Herr Röbenack:
Geht mir auch ganz genauso. Ich erlebe den Beruf auch jeden Tag anders. Als Herausforderung, als Abwechslung, und ich würde auch in jedem Fall den Beruf immer wieder so wählen wollen, wie ich ihn jetzt auch ausüben kann.
Und natürlich muss man dazu auch sagen, im Vergleich zu anderen Berufen haben wir Lehrer sehr, sehr viele Vorteile. Es gibt natürlich auch bestimmte Nachteile, über die man auch oft spricht. Aber besondere Vorteile sind eben auch, finde ich, dass wir einfach noch recht flexibel sind mit dem, was wir machen können, wofür wir uns inhaltlich entscheiden können, wie wir manches umsetzen, und dass wir auch immer wieder neu dazulernen können . Das finde ich ganz besonders toll. Das hat man nicht in jedem Beruf.

Jetzt ist schon bald Weihnachten und was wünschen Sie sich denn dieses Jahr? (beide lachen)

Frau Giese:
Korrekturfreie Zeit wünsche ich mir zum Beispiel und ansonsten habe ich weniger Wünsche für mich selber als für meine Kinder. Und denen wünsche ich Gesundheit und Freude und…
Ja, das sind so meine Wünsche.

Herr Röbenack:
Bei mir kann ich das mit einem Wort sagen: BÜCHER! Mir kann man mit Büchern Freude machen. Die wünsche ich mir und ich habe auch so ein paar Vorstellungen, welche Bücher ich mir schenken lassen möchte.

Und haben Sie in der Weihnachtszeit bestimmte Rituale?

Frau Giese:
Also ich backe mit meinen Kindern auf jeden Fall immer Plätzchen in der Vorweihnachtszeit und wir gehen auch immer zusammen auf den Weihnachtsmarkt. Auch dann mit meiner Mutter und mit meiner Schwester, also mit einer relativ großen Gruppe. Das sind so die Traditionen, die wir haben.

Herr Röbenack:
Ja, auch so in etwa. Wir backen auch immer gemeinsam Plätzchen in der Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten selber haben wir dann meistens Besuch und die allermeisten gehen dann in die Kirche, ich erspare mir aber diesen Gang.
Das ist auch so eine Art Ritual, dass ich dann bei meinem Schwiegervater bin, der nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, und wir dann nett plaudern und uns auf das Fest freuen. Dann gibt’s irgendwann wegen der Kinder auch Bescherung, normalerweise vor dem Essen. Anschließend gibt’s ein schönes gemeinsames Essen und dann sitzen wir alle zusammen und unterhalten uns nett.

Was ist denn Ihre Lieblingssüßigkeit in der Weihnachtszeit?

Frau Giese:
Printen!

Was sind Printen?

Frau Giese:
Das sind Lebkuchen mit Mandeln obendrauf und das ist mit Schokolade überzogen.

Herr Röbenack:
Mandeln sind ein gutes Stichwort. Es gibt von Lindt diese kleinen Kugeln und die finde ich ganz besonders toll. Die gibt’s ja immer nur zu Weihnachten und die könnte ich tonnenweise essen.

Eine abschließende Frage noch: Haben Sie Neujahrsvorsätze für 2015?

Frau Giese:
Nein, weil ich die eh nicht einhalte.

Herr Röbenack:
(lacht) Das geht mir genauso. Ne, ich auch nicht. Finde ich auch überflüssig und wenn ich einen Vorsatz habe, dann kann ich den auch im Jahr fassen und nicht speziell zu Silvester.

Vielen Dank für dieses Interview und dafür, dass Sie sich die Zeit dazu genommen haben.

Herr Röbenack:
Ja, hat doch Spaß gemacht!H

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