Hipster- wer sind die eigentlich?

Die Hornbrillen-Spezies

Diese Hipster… wer sind die eigentlich?

In den Sprachgebrauch der jungen Generation hat sich ein neues Wort eingegliedert: Die Bezeichnung „Hipster“. Sie bezeichnet eine bestimmte Subgruppe, die jedoch scheinbar jeder anders definiert.

In einer Fernsehshow waren es neulich junge, scheinbar desinteressierte Menschen mit fragwürdigem Kleidungsstil, peinlich angestrengt, ihr „cooles“ Image zu verteidigen.

Füttert man die Internetsuchmaschinen mit dem Begriff, erfährt man, dass er wissenschaftlicher ist, als man vermuten würde. Er bezeichnet offiziell – wenn auch mit spöttischem Unterton – eine Gruppe, die dem „Mainstream“ abgeschworen hat. Teilweise Arroganz widerspricht dem nicht, da der Schlüsselbegriff der Hipster die Individualität ist, welche es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt. Dies scheint für alle Angehörigen dieser Gruppe zu gelten, sodass sich die sarkastische Frage stellt, ob nicht gerade dieses Streben die Hipster wieder gleich macht.

Die „individuelle“ Uniform besteht im „Retro-Look“, kombiniert mit Bio-Baumwolle und „Streber-Accessoires“. Manchmal kommen auch Piercings oder Tätowierungen hinzu.

Somit sind Hipster im gewohnten Stadtbild leicht zu erkennen und in dieser Hinsicht tatsächlich vom „Normalen“ zu unterscheiden. Die Frage ist, ob diese Gruppe damit Individualität erzeugt oder sich nur eine weitere Gruppe abgesplittert hat, die den anderen „langweiligen, einheitlichen“ Leuten genauso misstrauisch gegenübersteht, wie diese den „arroganten, seltsam gekleideten“ Hipstern.

 

Wenn jede Person einzigartig ist, ist es dann nicht vollkommen unwichtig, welche Kleidung sie trägt? Statt jedem Menschen unvoreingenommen gegenüberzutreten, separieren sich Hipster vehement, was sie durch ihr Auftreten deutlich zeigen. Aus diesem Verhalten resultiert ihre Angst, als einzelner Hipster irgendwie mit dem „Mainstream“ in Verbindung gebracht zu werden, und jede Verschiedenheit von den anderen Hipstern wird vermieden.

Natürlich ist grundsätzlich das Streben der Hipster gut und nachvollziehbar und es ist nicht auszuschließen, dass es auch tolerante Vertreter gibt, die einen „Hollister“-Träger ebenso respektieren wie ein Siebziger-Jahre-Schulmädchen, aber eigenständiges Denken grundsätzlich von Kniestrümpfen abhängig zu machen ist ebenso kurzsichtig, wie ein Sakko als Zeichen für Kompetenz zu deuten.

 


 

Simone Osterwald

 

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