Gnade mit schlafenden Schülern!

Jede/r kennt das Phänomen: Man sitzt im Unterricht, der Kopf dröhnt, die Augen sind rot und man kämpft dagegen an, dass sie einem zufallen. Und sollte es doch passieren, kann man einen Lehrer oder eine Lehrerin schon mal zur Weißglut bringen: Müdigkeit in der Schule – eine Epidemie, der kaum jemand entkommt. Die Hintergründe dafür sind jedoch vielfältiger als man glauben mag:

 

GELEGENTLICH liegt es sicher daran, dass einige SchülerInnen schlicht zu spät ins Bett gehen. Doch es trifft auch jene fleißigen, zielstrebigen Lehrerlieblinge, die früh schlafen gehen. Hier spricht man von Schlafstörungen. Jedes dritte Schulkind hat Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen und 20 bis 30 Prozent aller Erwachsenen haben dauerhaft Ein- und Durchschlafschwierigkeiten. Schlafstörungen können sich in verschiedensten Art und Weisen ausdrücken:

•          „Kopfkino“ (Einschlafen erst nach länger als 10 Minuten)

•          häufige Wachzeiten in der Nacht

•          mühsames Aufwachen

•          Müdigkeit/ Erschöpfung/ Gereiztheit/ Sekundenschlaf tagsüber

•          Wachgefühl erst gegen Mittag

•          Atemstillstand im Schlaf (Schlafapnoe)

•          Schnarchen

•          Müdigkeit lässt nach, sobald man im Bett liegt

•          Herzrasen

•          „Nachtschreck“ (Panikattacken)

•          Schlafwandeln

•          Albträume

•          morgendliche Kopfschmerzen

Die Gründe hierfür sind – wie sollte es auch anders sein – ebenfalls vielfältig:

•          Strahlung von Elektrogeräten

•          zu schweres Essen / zu leerer Magen

•          zu wenig Bewegung am Tag / zu kurz vor dem Schlafen Sport treiben

•          unausgeglichene Lebensweise

•          abgestandene Luft im Schlafzimmer

•          falsche Raumtemperatur (ideal: 16-18 Grad)

 

Doch der „Master“ der Ursachen für Schlafstörungen, quasi die Mother of God, ist und bleibt: Stress! Wer gestresst ist, schläft schlecht, das ist Fakt. So sollte sich LehrerInnen, die die SchülerInnen mit Hausaufgaben überziehen oder mit viel zu überzogenen Klausuren terrorisieren, nicht wundern, wenn die SchülerInnen im Unterricht plötzlich ein Schlummerchen halten.

Doch das wäre wohl zu viel verlangt. Und wer deshalb noch größeren Stress durch wütende LehrerInnen vermeiden will, für den gibt es natürlich auch Möglichkeiten, Schlafstörungen einzudämmen und so nicht die Gemüter von verständnislosen und unbelehrbaren Lehrern zu erregen:

•          bewusstes Loslassen aller Gedanken, um so dem Kopfkino und Stress entgegenzuwirken

•          tagsüber viel Wasser zu sich nehmen

•          frische Luft

•          Vitamine

•          Yoga

•          beruhigende Musik

•          Wärmeflasche

•          feste Schlafzeiten, tagsüber nicht schlafen

•          Wechselduschen (mit kaltem Wasser enden)

•          keine aufwühlenden Aktivitäten kurz vor dem Schlafen

•          Aminosäuren (entgiften den Körper, bauen natürlich das Zellgift Ammoniak ab, ohne Nebenwirkungen): Arginin, Glutamin und Carnitin, Besserung ca. nach 6 Wochen

So sollte das mit dem Aufstehen und dem konzentrierten Arbeiten in der Schule doch etwas besser gelingen.

Ein anderer wesentlicher Faktor für Müdigkeit ist jedoch auch das sehr frühe Aufstehen. Studien belegen, dass Jugendliche durchschnittlich eine Stunde mehr Schlaf benötigen als die Jahre zuvor. Wenn sie so schlafen könnten, wie sie wollen, würden sie im Durchschnitt 9 Stunden schlafen. Deshalb beginnen in Japan und England die Schulen auch erst kurz vor Neun. Und so überrascht es nicht, dass laut einer Forsa-Umfrage 93 % der 14- bis16-Jährigen und 83 % der 17- bis 19-Jährigen sich gegen den Schulbeginn um Acht aussprechen.

Doch da eine Veränderung der Zeit des Schulbeginns in weiter Ferne scheint und SchülerInnen deshalb weiterhin erst ab 11 oder 12 Uhr richtig leistungsfähig sind, sollte Mathe frühestens dann unterrichtet werden! Da dies jedoch oftmals nicht der Fall ist, sollen sich doch bitte gerade die MathelehrerInnen nicht wundern, wenn ihre SchülerInnen nicht ganz bei der Sache sind. 😉

Und insofern: Schlaft gut!


 

Mert Karaterzi

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