Ciao Mare Nostrum!

Es war Oktober des letzten Jahres, da über 300 Flüchtlinge im Mittelmeer vor Lampedusa – einer italienischen Insel – ertranken. Keine Hubschrauber, keine Retter eilten zu Hilfe. Nach dieser Katastrophe musste gehandelt werden. Doch nur Italien tat es. Die Rettungsmission „Mare Nostrum“ startete am 18. Oktober 2013 und konnte bis Ende August 2014 in etwa 80.000 Flüchtlinge sicher an Land bringen (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mare_Nostrum_(Marineoperation) ). Mit diesen Zahlen war die spontane Rettungsorganisation deutlich effektiver als alle vorherigen Versuche der EU, das Sterben im Mittelmeer zu verhindern. Und nun soll sie abgeschafft werden. Der Grund dafür ist die fehlende Unterstützung aus der EU: Das Projekt kostet die Italiener ungefähr neun Millionen Euro im Monat, was sie aus eigener Kasse bezahlen müssen. Nun appelliert Italien an den mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten europäischen Staatenbund (2012):  „Wir dürfen nicht erlauben, dass das Mittelmeer zu einem Friedhof wird. Die EU darf nicht einfach wegschauen“, sagte Italiens Premierminister Matteo Renzi (http://de.wikipedia.org/wiki/Mare_Nostrum_(Marineoperation) ). Und er hat recht, denn die über das Mittelmeer ankommenden Flüchtlinge gehen nicht nur Italien etwas an. Nun hat die EU beschlossen, dass das Projekt „Mare Nostrum“ durch ein Projekt namens „Frontex Plus“ ersetzt werden soll. Dieses ist eine Erweiterung der Organisation Frontex („Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union“), welche in den letzten Jahren eher durch Abschiebung von Flüchtlingen als mit deren Rettung aufgefallen ist. Diese von Rettungsorganisationen eher umstrittene Organisation wird nun voraussichtlich die Aufgabe der Italiener übernehmen. Im Vergleich zu dem speziell ausgebildeten und erfahrenen Marinepersonal Italiens kann Frontex kaum Erfahrungen für ein solches Projekt vorweisen. Das Projekt, welches die EU drei Millionen Euro im Monat kosten soll, befasst sich jedoch nur mit der Rettung von Flüchtlingen in küstennahen Regionen. Die Ängste der EU bestehen darin, die Geflohenen aus Ländern wie Syrien oder Ägypten mit solchen Hilfestellungen erst zu ermutigen, sich in ein Boot zu setzen und ihr Leben zu riskieren, um nach Europa zu gelangen. Doch da stellt sich einem die Frage, ob es nicht sogar verständlich ist, dass Menschen aus Ländern, in denen Bürgerkrieg herrscht und Terroristen agieren, in Ländern voller Wohlstand Hilfe suchen, von denen man Solidarität und Unterstützung erwarten könnte.

 

Da Flüchtlingspolitik ein heikles und weitreichendes Thema ist, lassen sich natürlich nicht alle Sachverhalte in einem Artikel erläutern. Daher seid Ihr dazu aufgerufen – sofern Ihr Euch dafür interessiert – weiter zum Thema Flüchtlingspolitik zu recherchieren. Das Thema ist sehr komplex und erscheint zu Anfang kompliziert, doch es ist wichtig, dass WIR uns informieren, um in Zukunft etwas an den bestehenden Verhältnissen ändern zu können!

 

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