Bananen essen – neuer Trend unter Fußballern

 

Vor wenigen Wochen fing es an – die ersten Bilder von Fußballern, die genüsslich in eine Banane beißen, kursierten im Netz. Wir sind ja mittlerweile viel Blödsinn im Internet gewohnt, vor allem das Ablichten von Essen scheint neuerdings voll im Trend zu liegen. Doch nach intensiverer Recherche stellte sich heraus, dass es sich diesmal um keinen Blödsinn handelt.

Dani Alves, Spitzenspieler des FC Barcelona, brachte die Banane ins Rollen. Bei einem Spiel in der spanischen Liga wurde der Brasilianer von einem rassistischen Fan mit einer Banane beworfen. Nicht zum ersten Mal ereignete sich diese Geste in einem Stadion. Doch Alves‘ Reaktion war dem Fan und dem Rest der Welt neu. Er hob die Banane auf, schälte sie in Ruhe und biss genüsslich hinein. Noch mit vollem Mund schoss er den Ball in den Strafraum. Zum ersten Mal wehrte sich ein Fußballer auf so humorvolle Art und Weise gegen Rassismus. Schnell traf diese Aktion auf Respekt und Solidarität unter den Fußball-Sternchen. Insbesondere Spieler, die selbst schon solche xenophoben Erfahrungen gemacht haben, bewunderten den Brasilianer dafür.

Mario Balotelli, der extrovertierte italienische Nationalspieler, postete kurzer Hand ein Bild beim Bananenessen auf seiner Facebook-Seite mit dem Hashtag „#weareallmonkeys“ (zu deutsch: wir sind alle Affen).

Unzählige andere Fußballer zogen nach und ließen sich beim Verspeisen der gesunden Frucht ablichten und stellten die Bilder ins Netz. Darunter auch zwei aus der deutschen Bundesliga, Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang. Die Dortmund-Spieler zeigten sich ganz solidarisch auf einem Bild beim „Schlemmen“.

Dani Alves löste mit seinem gelassenen und coolen Handeln eine weltweite Anti-Rassimus-Kampagne im Internet aus und setzte definitiv ein Zeichen im Fußball. Vor allem so kurz vor der WM war das ein kluger Schachzug, um jeden daran zu erinnern, das wir alle eins sind.

So auch der Titel des offiziellen WM-Songs, „We are one“ von Pitbull. Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff ließ jedenfalls nach der „kühnen Reaktion“ ihres Landsmannes verlauten: „Brasilien tritt bei der WM für die Bekämpfung der Rassendiskriminierung ein.“ Hoffen wir, dass die angereisten Fußballfans während der WM die Bananen doch lieber essen, statt sie zu werfen.

Say no to racism.

 


 

 

Viki Szczypior

 

 

 

 

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