Ausbildung

 

Mit einem einheitlichen Schulsystem kann unser Land ja bekanntlich nicht prahlen, doch in einem Punkt scheinen sich die Politiker einig gewesen zu sein: wir sollten eine Chance haben uns nach dem Schulabschluss weiterbilden zu können. Ob es nun ein  Realschulabschluss nach zehn Jahren oder das Abitur nach 13 bzw. 12 Jahren ist, zu einer Ausbildung stehen uns mit einem dieser Abschlüsse alle Türen offen.

Wenn die Berufswahl bereits getroffen ist, ist eine Ausbildung ein effektiver Weg einzusteigen. Das Bewerbungsverfahren kann eine nervenaufreibende Angelegenheit sein. Bis sich ein Betrieb gefunden hat, der Lehrlinge ausbildet, kann eine ganze Weile vergehen. Doch hat man einen der heißbegehrten Ausbildungsplätze ergattert, beginnt bereits der Weg in den Berufsalltag. In dem in Deutschland gängigsten System, der dualen Ausbildung, wird der Azubi im praktischen sowie im theoretischen Bereich angelernt. In der Berufsschule besucht man an ein bis zwei Tagen in der Woche oder in Blöcken zwei Wochen lang fortlaufend Hauptfächer wie Mathe und Deutsch und betriebsspezifische Fächer. In dem Betrieb kann man wiederum praktische Erfahrungen machen und wird mit ein wenig Glück nach Abschluss der Ausbildung sogar von dem Betrieb als volle Arbeitskraft übernommen. Das jedoch ist leider immer weniger der Fall.

Innerhalb dieses bis zu drei Jahre andauernden Prozess lernt der Auszubildende nicht nur die Arbeitswelt kennen, sondern wird sogar von dem Betrieb für seine Arbeit entlohnt. Gerade diese Kombination von Praxis und Theorie macht die Ausbildung zu einer attraktiven Alternative zum Studium.

Außerdem ist es möglich im Ausland aktiv zu werden, denn wie jeder weiß, kann es in vielen Berufen von Vorteil sein, gute Fremdsprachenkenntnisse zu haben. Deshalb bieten mittlerweile einige Betriebe Auslandsaufenthalte während der Ausbildung an, diese jedoch sind noch nicht so verbreitet, wie die während eines Studiums. Dennoch kein Grund es nicht wenigstens zu versuchen.

Genauso wie viele der Auszubildenden eine Verkürzung der Ausbildungsdauer versuchen zu beantragen, das jedoch hört sich einfacher an als es tatsächlich ist. Vor allem wer bereits berufliche Erfahrungen gemacht hat oder mit guten Schulnoten glänzen kann darf es sich leisten, die Ausbildung um maximal ein Jahr zu verkürzen.

Doch ob nun drei oder zweieinhalb Jahre, um die Abschlussprüfung kommt kein Azubi herum. Es mag vielleicht ein erschreckender Gedanke sein, dass man erlerntes Wissen aus drei Jahren zur Prüfung abrufbereit vorweisen muss, doch auch das soll zu schaffen sein, denn schließlich muss überprüft werden, ob man für den kompletten Einstieg in den Beruf geeignet ist. Doch keine Sorge, bei Nichtbestehen hat man noch zwei weitere Chancen. Da man offiziell kein Azubi mehr ist gibt es jedoch keinen Lohn. Somit – lieber gleich beim ersten Versuch alles geben.

 


 

Vivienne Lamboy

 

 

 

 

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