Das war ein Erlebnis. Eigentlich sollte hier ein Artikel über Fußball-Filme stehen, nur daraus wurde nichts, da es einfach keinen gibt, bei dem man etwas wirklich kritisieren kann. Wir kennen sie alle, die Filme in denen Team A der Außenseiter ist und irgendwann gegen Team B spielen muss, die unrealistisch gut sind. Und selbstverständlich gewinnt Team A, durch Training und die Power der Freundschaft, oder so ähnlich. Dieses Genre ist so abgenutzt, dass sogar die Weltmeisterschaft 1954 nach dem Schema ablief. Nun dachte ich mir, dass ich Filme, die gerade im Kino laufen kritisieren kann. Und es ging, ich habe es sogar geschafft einen zweiseitigen Artikel über Godzilla und den Lego Film zu schreiben.

Doch warum ist dies nicht dieser Artikel? Ich habe es nun mal nicht nur geschafft diesen Artikel zu schreiben. Nein, ich habe es sogar geschafft, ihn zu löschen bevor ich ihn irgendwo hinsenden konnte. Und das einen Tag bevor ich ihn hätte senden sollen. Ich habe bis hierhin definitiv schon einmal etwas gelernt. Man soll Dinge nicht aufschieben und wenn man es tut, dann sollte man eine Sicherungskopie machen. Da ich nun ideenlos herumsaß, ohne den Willen, den gleichen Artikel zweimal zu schreiben, suchte ich im Internet nach irgendeinem anderen Film, den man empfehlen könnte. Und ich fand einen, bei dem sich die Meinungen so sehr teilten, dass ich nicht anders konnte als ihn zu sehen. Und darum werde ich nun etwas über ihn schreiben.

Als wir als Kinder Monster A.G. sahen, dachten wir uns sicher alle wie schön der Film ist und wie wir hoffen, dass auch solche knuffigen Monster in unser Zimmer kommen. Und dann wurden wir älter und uns wurde mehr und mehr klar, es gibt nicht so viele knuffige Monster. Also wünschten wir uns, dass, wenn es nun eine Monster A.G. gäbe, sie in das Zimmer unserer Lehrer gehen würde. Doch man muss einmal nachdenken, was für Möglichkeiten diese Monster A.G. Horrorfilm-Machern bietet. Und wahrscheinlich darum und weil die Schreiber genug von den immer gleichen Horrorfilmen hatten, entstand „The Cabin in the Woods“ (2012). Ich möchte gleich vorweg etwas sagen. Jeder, der diesen Artikel liest und den Film nicht kennt macht ihn sich ein wenig schlechter. Ihr habt nun so oder so schon den Monster A.G.-Vergleich gehört und könnt euch vielleicht vorstellen, worum es geht. Aber ich sage es mal so, ihr könnt es nicht. Also guckt euch jetzt den Film an, ohne davor den Trailer zu sehen, weil er nur wirklich gut ist, wenn man nicht weiß was passiert.

Für alle die sich denken, egal mich interessiert der Film eh nicht und für die, die ihn nun gesehen haben, kommt nun eine Einschätzung und eine Erklärung, warum der Film nicht so gut/schlecht ist, wie ihr denkt. Ich muss im Voraus sagen, ich bin kein Horror-Film-Fan. Definitiv nicht. Umso mehr mochte ich diesen Film, weil jeder, der ihn sieht und sagt, es sei ein Horror-Film, irgendeine Schraube locker hat. Der Film beginnt mit Szenen von sadistischen Ritualen und gleich darauf ein harter Cut zu zwei nett aussehenden Männer in einem Büro. Mein erster Gedanke war: Was für eine interessante Anspielung darauf, dass Viele heute ihr Büro als Hölle ansehen. Oh wie naiv ich war. Kurz darauf folgte auch schon die einzige Szene mit einem Schreckfaktor. Der Titel wird mit einem unheimlich lauten Schrei eingeblendet.

Hier wird einem schon klar, dass dies kein normaler „Horror“ Film ist. Nun kommt die ganze Standardprozedur der Horror-Filme, die wir alle kennen. Eine Jugendgruppe macht sich aus irgendeinem dummen Grund auf zu einer verlassenden Hütte im Wald. Auf dem Weg dorthin treffen sie sogar jemanden, der sie warnt nicht dorthin zu gehen, aber sie sind jugendlich, also tun sie es trotzdem. Wie es aber letztendlich begründet wird, dass sie sich so verhalten, finde ich persönlich großartig. Es erklärt so viel im Horror Film Genre. Nun sieht man, wie auch im Trailer, einen Vogel hinter ihrem Auto herfliegen und man denkt sich alles ist gut.

Ich möchte hier nochmal eine Warnung geben. Alles was ich ab hier schreibe, wird den Film „spoilern“ und wenn ihn jemand sehen will, sollte er es tun ohne weiterzulesen.

Der Vogel, ein majestätischer Adler, fliegt ihnen hinterher und in eine unsichtbare Wand. Nun weiß man schon, dass hier etwas nicht stimmt. Wenn man nun aber wieder den Cut zu der „Firma des Teufels“ sieht packt man langsam eins und eins zusammen. Und das ist es was den Film trägt, man will zum Einen herausfinden, warum die Leute in dieser „Firma“ tun was sie tun, weiterhin will man aber auch wissen, wie es mit den Hauptcharakteren ausgeht. Und dieses Konzept funktioniert auch gut. Die Protagonisten sind gefangen in dieser Hütte umringt von Zombies, langsam stirbt einer nach dem anderen und in der Firma gucken sie dabei zu, weil sie „die dort unten“ befriedigen müssen.

Der Film ist auch nicht zu lang oder zu kurz, aber er ist auch nicht perfekt. Er ist eine gute Satire auf das Horror-Genre und sollte auch als solche gesehen werden. Er ist definitiv kein Meisterwerk, obwohl es von Vielen gesagt wird. Dafür bietet er einfach zu wenig. Man hat nicht den Drang, ihn ein zweites Mal zu sehen, weil man das Gefühl hat, nichts mehr mit ihm klären zu müssen. Und dies lässt einen mit einem seltsam leeren Gefühl am Ende sitzen.

„The Cabin in the Woods“ tut das was er tut gut, aber er ist keine Revolution für das Genre. Insgesamt gebe ich dem Film 7/10 Sternen, weil er zwar gut ist, aber eben nicht umreißend.


 

Jan Besel

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